NABU Gruppe Poppenhausen / Wasserkuppe

Tote Grünfinken an Vogeltränken


Trink- und Badestellen für Vögel in Gärten täglich reinigen

Wegen des anhaltenden heißen und trockenen Wetters richten immer mehr Naturfreunde Vogeltränken in ihren Gärten ein, um den gefiederten Gesellen zu helfen. Damit ihre Hilfe auch tatsächlich bei den Vögeln ankommt, gibt es einige wichtige Regeln zu beachten. Ansonsten können sich die Tiere beim Trinken leicht mit tödlichen Krankheitserregen identifizieren. In den letzten Tagen haben vermehrt Vogelfreunde angerufen und verendete Vögel gemeldet, besonders Grünfinken. Die Ursache des Vogelsterbens ist eine Trichomonaden-Infektion. In verdreckten Vogeltränken kann sich der Parasit Trichomonas gallinae, ein winziges einzelliges Geißeltierchen, leicht ausbreiten und so das Wasser verunreinigen. Von Trichomonas befallene Vögel sind meist zum Tode verurteilt.
Das oberste Gebot bei Vogeltränken, ganz gleich, ob im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon, ist Sauberkeit. Beachtet werden müssen dabei regelmäßiger Wasserwechsel, Ausspülen und Sauberwischen. Bei großer Hitze muss eine künstliche Wasserstelle unbedingt täglich gereinigt werden, da kleine Wasserstellen jedes Jahr zahlreiche Vögel mit tödlichen Keimen infizieren. Zur Säuberung dürfen auf keinen Fall Spülmittel oder Reiniger verwendet werden. Eine Bürste und kochendes Wasser reichen aus. Als Alternative können zwei Wasserschalen abwechselnd benutzt werden.Wenn eine Tränke ein paar Tage in der heißen Sonne trocknet, sind die Parasiten tot. Wer kranke oder verendete Vögel an einer Vogeltränke feststellt, sollte die Trinkquelle sofort stilllegen und entfernen, damit sich nicht noch mehr Vögel infizieren.

Zum Aufstellen von Vogeltränken hat der NABU Tipps parat. Vögel nehmen nur Tränken an, wenn sie sich dort auch sicher fühlen. Wichtig ist deshalb, dass die Tränke an einem Platz steht, der für Vögel gut einsehbar ist. Vögel sind beim Trinken und Baden abgelenkt und werden sonst zu leichter Beute für anschleichende Katzen. Deshalb sollte eine Tränke nicht direkt neben einem Busch aufgestellt werden. In der weiteren Umgebung sollte es allerdings Büsche und Bäume geben, damit die Vögel sicher anfliegen und sich bei Bedrohung schnell verstecken können.
Für eine Vogeltränke muss man nicht viel Geld ausgeben. Sie sollte am Rand flach sein, sodass sich die Vögel nähern können. Um verschiedene Vögel anzulocken, sollte eine Tiefe zwischen 2,5 und 10 Zentimeter aufweisen. Zudem ist es wichtig, dass der Boden der Tränke rau ist, damit die Vögel einen Halt haben und nicht ausrutschen.
Vögel können nicht schwitzen, da sie im Gegensatz zu den Säugetieren keine Schweißdrüsen haben. Sie verlieren bei Hitze also weniger Wasser. Trotzdem müssen Vögel zweimal am Tag Wasser aufnehmen. Vor allem Körnerkresser sind auf Wasserstellen angewiesen, da ihre Nahrung nur wenig Feuchtigkeit enthält. Auch nichtgefiederte Gartenbewohner wie Igel freuen sich derzeit über ein zusätzliches Trinkangebot.

Für Rückfragen:
Maik Sommerhage, Referent für Vogelschutz, Tel.: 06441-67904-22
Karlheinz Kern, Tel.: 06658/598
Karlheinz Kern (Vors.)
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