NABU Gruppe Poppenhausen / Wasserkuppe
Bericht der Hauptversammlung 2025
Bericht aus der Jahreshauptversammlung des NABU Poppenhausen am 12. Juni 2025 im Vereinsraum des Rathauses in Poppenhausen
Vorsitzende Margarete Kern begrüßte Mitglieder und Gäste zur JHV. Unter Hinweis auf die satzungsgemäß erfolgte Einladung stellte sie die Beschlussfähigkeit fest.
Nach der Würdigung der verstorbenen Mitglieder erstattete sie ihren Geschäftsbericht:
Das durch den NABU betreute Feuchtbiotop der Gemeinde am Altenweiher müsse verbessert werden. Dies soll in Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde erfolgen. Der Auenlandschaft entlang der Lütter, die seit einigen Jahren von einer Biberfamilie besiedelt wird, gilt das besondere Augenmerk der Aktiven. Hier stehe man mit dem zuständigen Funktionsbeamten von Hessen-Forst im Austausch. Die jährlich durchgeführte Osterputzaktion konzentriere sich auf diesen sensiblen Lebensraum.
Das kreisweite Fledermausmonitoring unter der Leitung von Stefan Zaenker zeigt für Poppenhausen eine rückläufige Tendenz bei der Population in den Winterquartieren auf. Die von Karlheinz Kern durchgeführte Exkursion am Guckaisee im Rahmen der Europäischen Fledermausnacht war ein voller Erfolg.
Auf einem guten Niveau halte sich der Bestand bei Rauch- und Mehrschwalben; alle 16 Nester im Schwalbenhotel in der Ortsmitte seien belegt. Die Wespen-und Hornissenberatung könne vermehrt telefonisch erfolgen, was auch auf eine größere Sensibilität in der Bevölkerung zurückzuführen sei.
Die von Stefan Jestädt erbrachten Artenschutzmaßnahmen im Turm von St. Georg werden kontrolliert und bei Bedarf optimiert.
Ein kreisweit ungelöstes Problem ist der Umgang mit verletzten Wildtieren. Hier müssten in Abstimmung mit den unteren Naturschutzbehörden dringend Pflegestationen geschaffen werden.
Auch auf Kreisverbandsebene waren Mitglieder mit Arbeitseinsätzen aktiv bei der Umgestaltung der ehemaligen Kläranlage bei Wissels zu einem neuen Refugium für Flora und Fauna.
Gefeiert haben Mitglieder und Gäste das 40jährige Bestehen der Ortsgruppe. Die Zusammenkunft im Vereinsraum des Rathauses mit regem Austausch in schöner Atmosphäre fand im Anschluss an eine Vogelstimmenwanderung mit dem Fuldaer Ornithologen Horst Bachmann statt.
Zum wiederholten Male hat die Gruppe sich mit einer Spende an die NABU-Stiftung "Hessisches Naturerbe" am Ankauf weiterer Grünlandflächen an der Eube beteiligt. Das Projekt "Rhöner Bergwiesen" wird von Landwirten umgesetzt, die mit ihrer extensiven Bewirtschaftungsweise einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und der Wiederansiedlung bedrohter Arten leisten. "Hier ist das Geld unserer Mitglieder gut angelegt", so Kern.
Mit einem Streifzug durch die umfangreiche Gremienarbeit mit vielfältigen Themenfeldern wie AGN, Verein Natur-und Lebensraum Rhön, Behördenkontakte u.a. und dem Dank an die Mitglieder für die gute Zusammenarbeit schloss die Vorsitzende ihren Bericht.
Kassiererin Irene Jestädt legte den Kassenbericht vor. Die Kassenprüfung erfolgte durch Martina Jünemann und Karlheinz Kern, die eine ordnungsgemäße Führung der Finanzen bestätigen konnten.
Einstimmig erfolgte die Entlastung des Vorstands.
Ein aktualisierter Satzungsentwurf wurde einstimmig angenommen.
Unter Wahlleitung von Annette Fladung wurde der geschäftsführende Vorstand neu gewählt:
1. Vorsitzende Margarete Kern
2. Vorsitzende Christina Wingeß
Kassiererin Irene Jestädt
Die Wahlen erfolgten einstimmig bei jeweils 1 Enthaltung.
M. Kern dankte dem bisherigen 2. Vorsitzenden Stefan Jestädt für seine aktive Mitarbeit mit seinen besonderen Kenntnissen, die er nach eigenem Bekunden auch weiterhin einbringen möchte.
In der anschließenden Diskussion plädierten die Mitglieder für mehr Natur am "Poppenhausener Liebesweg". Während die Gemeinde an anderer Stelle mit großem Aufwand Blühstreifen anlege, präsentiere sich der als Highlight für den Tourismus beworbene Weg entlang trister, kurzgeschorener Rasenflächen. Hier könne mit weitaus weniger Einsatz des Bauhofes eine natürliche Wegebegleitflora und -fauna mit großer Artenvielfalt entstehen, die die Attraktivität sicher noch erhöhe.
Die gute Zusammenarbeit insbes. mit dem NABU Gersfeld, dessen Vorsitzener Wolfgang Kemmerzell an der Versammlung teilnahm, soll intensiviert werden.
Da der Wappenvogel des NABU, der Weißstorch, sich in letzter Zeit immer mehr auch in höheren Regionen ansiedle, sollen demnächst Experten zur Qualität des Lebensraumes im Gemeindegebiet angefragt werden.